2.10.2007
Blickpunkt: Von der Saale an die Oder

Daniel Sechert
D. Sechert.  Foto: W. Döll

Wirtschaftsjunior Daniel Sechert will Frankfurt (Oder) zum Messestandort der Region ausbauen.

„Ich mag die Projektarbeit mit ihren klaren Termin- und Zielvorgaben“, erklärt Daniel Sechert. Deshalb wechselte er vor zwei Jahren zur Messe- und Veranstaltungsgesellschaft nach Frankfurt (Oder). Dort ist er als Leiter für den Bereich Messen und Ausstellungen zuständig. Seine ersten 25 Lebensjahre hat Daniel Sechert in Halle verbracht. An der Saale ist er aufgewachsen und dort studierte er auch Betriebswirtschaftslehre. Anschließend ging er nach Dresden und betreute dort mehrere Jahre lang Fachmessen in den Bereichen Industrie, IT und Marketing. „In Frankfurt (Oder) aber sollten neue Messeangebote entwickelt werden, diese Aufgabe hat mich gereizt.“

Gleich in seinem ersten Jahr an der Oder stampfte er mit seinem Team eine deutsch-polnische Weihnachtsmesse und eine Gesundheitsmesse aus dem Boden. Das Angebot wurde von den Messebesuchern sehr gut angenommen. „Gleich zum Auftakt kamen 10.000 Gäste zu den beiden neuen Messen“, freut sich Daniel Sechert noch immer. Später baute er eine Lebensmittelmesse für Frankfurt (Oder) auf, profilierte die traditionellen Herbst- und Baumessen und organisierte mit Partnern Fachveranstaltungen für die Logistikbranche und den Marketingbereich. „Frankfurt (Oder) muss DER Messestandort der Region sein“, ist der Anspruch des Messeleiters.

Messestandort mit besonderen Herausforderungen

Die Stadt an der Oder ist aber kein unproblematischer Messestandort. „Die Kaufkraft der Leute ist hier viel niedriger als in anderen Regionen und durch die Grenzlage nehmen viele Firmen das wirtschaftliche Umland von Frankfurt (Oder) nur als Halbkreis wahr“, erklärt der 32-Jährige. Die Grenzlage hat auch Folgen für die Messeangebote. Nur etwa fünf Prozent der Besucher kommen aus Polen nach Frankfurt (Oder). Bei den Ausstellern aus dem Nachbarland aber ist der Messestandort beliebt. Jeder vierte Messeteilnehmer reist aus Polen an. „Für viele Unternehmen von dort ist Frankfurt (Oder) ein Testfeld für den Absatz ihrer Produkte.“ Besonders erfolgreiche Firmen aus Polen wechseln deshalb nach zwei oder drei Messeteilnahmen in Frankfurt (Oder) zu anderen und größeren Messen in Deutschland.

Die Entwicklung des Messe- und Wirtschaftsstandortes Frankfurt (Oder) betrachtet Daniel Sechert mit einem positiven Gefühl. „Die neuen Solarfabriken geben dafür das richtige Signal“, sagt er. „Allerdings muss die Zukunft noch zeigen, wie nachhaltig dieses Signal ist.“ Der Messeleiter will mit seinem Team die Entwicklung der Solarbranche in der Region unterstützen. „Im nächsten Frühjahr wollen wir die Kongressmesse „Sonne + Energie“ veranstalten“, kündigt er an. Die Fachveranstaltung soll künftig regelmäßig in Frankfurt (Oder) stattfinden.

Neue Netzwerke durch Wirtschaftsjunioren

Der Hallenser Daniel Sechert ist inzwischen an der Oder angekommen. Seit einigen Monaten arbeitet er bei den Wirtschaftsjunioren mit. „Dort bin ich unter Gleichgesinnten und Gleichaltrigen“, erzählt der Diplom-Kaufmann. Er empfindet die Gespräche mit jungen Unternehmern und Managern sehr reizvoll, weil sie unabhängig von einem erfolgreichen Geschäftsabschluss stattfinden können. „Ich lerne andere Sichten und Zusammenhänge kennen.“ Daniel Sechert ist deshalb auch von den Unternehmensbesuchen sehr angetan. „Dabei erhalte ich Zugang zu mir bislang unbekannte Firmen und Unternehmer und ganz nebenbei entstehen dadurch auch neue Netzwerke.“

alt Wilko Döll

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