Frankfurter Wirtschaftsjunioren bauten in der Kleinstadt Wadduwa eine Computerschule für junge Leute auf.
Ulrike Bölike schaut jeden Tag ganz aufgeregt in das elektronische Postfach ihres Computers. „Per Wort und Bild werde ich so über die Entwicklung unserer Schule informiert“, erklärt die 42-Jährige und blickt wieder auf den Bildschirm. Dort sind auf einem Foto mehrere Computerarbeitsplätze zu sehen. „Nach langer Vorbereitungszeit konnten wir Ende des vergangenen Jahres endlich in der von der Tsunami-Katastrophe betroffenen Region unsere Computerschule eröffnen.“ 5000 Euro haben Wirtschaftsjunioren aus ganz Deutschland dafür gespendet. Das Projekt wurde von der Gruppe der Frankfurter Wirtschaftsjunioren verwirklicht.„Ein aus Sri Lanka stammender Frankfurter hat uns dabei unterstützt und die Kontakte zu seiner alten Heimat vermittelt“, erzählt Ulrike Bölike. Die Spendengelder reichten für den Kauf der Computertechnik und sie decken die Betriebskosten für das erste halbe Jahr der Computerschule. Die Wirtschaftsjunioren haben damit die Eröffnung der Schule gesichert. Den dauerhaften Betrieb müssen die Partner in Sri Lanka dann selbst organisieren. „Diese Schule ist sehr wichtig für die Stadt Wadduwa, bietet sie doch gerade den Jugendlichen dort eine sonst kaum bezahlbare zusätzliche Ausbildung an“, sagt die Wirtschaftsjuniorin. Demnächst will sie selbst nach Sri Lanka fliegen und sich über ihr Lieblingsprojekt direkt in Wadduwa informieren.
Viel gelernt bei den Wirtschaftsjunioren
Ulrike Bölike bezeichnet sich selbst als Spätstarterin bei den Wirtschaftsjunioren. Sie hat erst mit 35 den Kontakt zu dieser Gemeinschaft von Unternehmern und angestellten Führungskräften gefunden und ist noch immer begeistert von der Frankfurter Gruppe. „Ich habe mir mit den Wirtschaftsjunioren einen hochinteressanten Personenkreis erschlossen“, schwärmt sie. „Hier kommen Juristen, Zahntechnikermeister, Druckereibesitzer und andere Führungskräfte aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen, das ist viel interessanter als ein Fachverband.“ Als Fördermitglied will die nun 42-Jährige auch weiterhin die Wirtschaftsjunioren unterstützen.
Für Ulrike Bölike ruht der Erfolg der Wirtschaftsjunioren auf drei Säulen der Zusammenarbeit. Da sind einmal die Kontakte zwischen den Unternehmern und Angestellten selbst. Jeder lernt so Wirtschaftsbereiche kennen, mit denen er nicht täglich zu tun hat. „Ich konnte somit bei den Wirtschaftsjunioren auch für meine berufliche Tätigkeit bei den Stadtwerken in Frankfurt (Oder) sehr viel lernen.“ Neben diesem Wissenserwerb durch Unternehmensbesuche, Erfahrungsaustausche und ganz persönliche Gespräche schätzt Ulrike Bölike auch die Weiterbildungsangebote der Wirtschaftsjunioren. „Ich habe beispielsweise in den vergangenen Jahren zwei internationale Konferenzen besucht und dort nicht nur mein Wissen, sondern auch meine Sprachkenntnisse erweitert, denn es wurde nur englisch gesprochen.“ Die Projekte der Wirtschaftsjunioren sind für Ulrike Bölike ebenfalls sehr wichtig.
Wirtschaftsjunioren engagieren sich in der Region
Dabei sind die Frankfurter Wirtschaftsjunioren aber keineswegs nur in fernen Ländern aktiv. So werden beispielsweise auch sehr gute Diplomanden der Frankfurter Europauniversität seit drei Jahren mit einem Preis ausgezeichnet. Außerdem nehmen die Wirtschaftsjunioren Verbindungen zu den Schulen der Region auf. „Wir wollen damit das Verständnis für die Wirtschaft bei den Schülern wecken und sie schon frühzeitig mit den Erfordernissen der Wirtschaft vertraut machen“, erklärt die Diplom-Ingenieur-Ökonomin.
Ulrike Bölike engagiert sich. Sie will nicht nur ein passiver Beobachter sein, sondern die Entwicklung der Region beeinflussen. Sie freut sich deshalb auch über die Ansiedlung der drei Solarfirmen in Frankfurt. „Das sind hunderte neue Arbeitsplätze dort und viele Chancen für Dienstleister und Zulieferer in anderen Unternehmen der Region“, erklärt sie. „Es gibt einen Silberstreif am Frankfurter Horizont, wir müssen den nur erkennen und für uns nutzen.“
Wilko Döll

