Wirtschaft fordert die Politik auf, Einstellungshemmnisse abzubauen.
Die Konjunktur läuft so gut wie lange nicht. Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden aber wohl kaum von der Arbeitsmarktbelebung profitieren. Das geht aus einer heute (4. Januar) in Berlin vorgestellten Umfrage zu den Beschäftigungschancen Geringqualifizierter hervor, die auf den Antworten von mehr als 20.000 Unternehmen beruht.Der Erhebung zufolge setze eine Wende zum Besseren voraus, dass die bestehenden Einstellungshemmnisse zügig und beherzt angegangen werden. Die Studie belege aber auch, dass der damit verbundene politische Kraftakt lohne.
So hätten zwei Drittel der Unternehmen angegeben, zusätzlich Geringqualifizierte einstellen zu wollen, wenn die größten Hindernisse beseitigt würden. Achim Dercks vom DIHK: "Wir können und wollen der Politik also Mut machen, diese Chance zu nutzen. Die Vorzeichen sind dank der derzeitigen Wirtschaftsentwicklung günstig."
Wie groß der Handlungsbedarf ist, verdeutlicht die Untersuchung. So nannten fast 70 Prozent der Firmen mindestens eine Beschäftigungsbremse für Geringqualifizierte. Auf Platz eins landeten dabei die vergleichsweise hohen Arbeitskosten, gefolgt von restriktiven Vorgaben bei Befristung und Kündigungsschutz, zu geringer Produktivität und Qualität der Arbeit oder fehlender Motivation der Bewerber.
Als oberstes Gebot beim Abbau der Arbeitsmarkt-Hürden nennt der DIHK die Senkung der Lohnzusatzkosten. Arbeitsmarktexperte Dercks mahnte aber auch einen Mentalitätswechsel im Umgang mit Arbeitslosigkeit an und warnte eindringlich vor neuen Einstellungshemmnissen wie etwa Mindestlöhnen. Und: "Mehr Bildung ist allemal die beste Antwort auf den steigenden Fachkräftebedarf der Unternehmen – und der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit!"
DIHK/Thilo Kunze

