Die Kosten für die Beleuchtung treiben die Stromrechnungen gerade im Winter in die Höhe. Es gibt aber Auswege aus der Kostenfalle.
„Wer Licht uneffektiv einsetzt, muss sich über hohe Energiekosten nicht wundern.“ Energieberater Heiko Seelig kennt sich aus mit den Sorgen der Unternehmer. „Das Einsparpotential bei der Beleuchtung wird vielfach unterschätzt. Schon mit recht einfachen Mitteln, lassen sich die Kosten dafür aber deutlich senken.“ Der Experte unterscheidet dabei zwischen der Verbesserung bestehender Beleuchtungsanlagen oder dem Neubau.„Wenn ein Unternehmen neue Büroräume oder Werkhallen bezieht, ist das der Idealfall für die Lichtoptimierung, denn dabei kann der Einsatz der Beleuchtung ganz genau geplant werden“, sagt Seelig. Dabei sollte auch über den Einbau von Lichtleitsystemen nachgedacht werden. Sie fangen über jalousienartig angebrachte Spiegel das Sonnenlicht ein und leiten es in die Arbeitsräume. „Diese Systeme sind in der Anschaffung noch teuer, sorgen dafür aber für Tageslicht und verringerte Stromkosten.“ Das bekannteste Beispiel für diese Art der Lichtoptimierung ist das alte Reichstagsgebäude in Berlin. Durch die Glaskuppel und über viele Spiegel wird Tageslicht in den Plenarsaal des Bundestages gelenkt.
Elektronische Steuerung senkt Stromverbrauch
Wer die Kosten für diese Systeme nicht aufbringen möchte, sollte wenigstens über eine elektronische Steuerung der Beleuchtung nachdenken. „Sensoren messen dabei am jeweiligen Arbeitsplatz die vorhandene Lichtmenge und mischen jeweils das richtige Kunstlicht zu“, erklärt der Energieberater. Die Sensoren erfassen dabei das von Außen eindringende Tageslicht und merken auch, ob der Arbeitsplatz überhaupt besetzt ist und dort zusätzliches Licht benötigt wird oder nicht. „Mit solchen elektronischen Systemen lassen sich die Kosten für das Licht um 30 bis 50 Prozent senken.“
Diese Systeme sollten bei Neubauten gleich mit eingeplant werden, lassen sich aber mit nicht allzu großem Aufwand auch in ältere Büros und Werkhallen einbauen. In älteren Firmenräumen lassen sich aber auch schon mit Schaltuhren und Bewegungsmeldern große Energiemengen einsparen. „Es gibt noch immer Treppenhäuser und lange Flure mit Dauerlicht“, wundert sich Heiko Seelig. Auch in den sanitären Räumen vieler Institutionen oder Gaststätten brennt mitunter stundenlang das Licht, obwohl niemand im Raum ist. „Mit wenig Aufwand lässt sich die richtige Beleuchtung dort über Bewegungsmelder oder Sensoren regeln.“ Parkplatz- oder Hofbeleuchtungen sollten über Dämmerungsschalter oder ebenfalls durch Bewegungsmelder gesteuert werden.
Richtige Leuchtmittel wählen
Auch mit dem Einsatz der richtigen Leuchtmittel lässt sich viel Geld sparen. Die gute alte Glühbirne verbraucht deutlich mehr Strom als Sparlampen. „Wo lange Leuchtzeiten benötigt werden sind sie ideal, aber für das nur kurz leuchtende Treppenlicht sind sie technisch bedingt nicht unbedingt geeignet, weil durch den ständigen Kurzzeitbetrieb ihre Lebensdauer sinkt“, sagt der Energieberater. Neu auf dem Markt sind LED-Lampen. Die verbrauchen sehr wenig Strom, haben fast eine unbegrenzte Lebensdauer und sind auch noch in verschiedenen Farben erhältlich. „Damit sind sie nicht nur für den Arbeitsplatz, sondern auch für die Dekoration mit Licht und für die Werbung überaus interessant.“
Wilko Döll

