Unternehmer Reiner Wesnigk hat seinen Nachfolger systematisch aufgebaut und damit die Zukunft der Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH in Hennickendorf gesichert.
Ohne die kleine Firma in Hennickendorf gäbe es weltweit in vielen Büros ein Druckerproblem. „Wir veredeln für mehrere Hersteller die Führungsrollen ihrer Laserdrucker“, erzählt Geschäftsführer Reiner Wesnigk voller Stolz. Seine kleine Firma besitzt international einen überaus guten Ruf. „Wir haben uns zu einem wichtigen Lieferanten von großen Industrieunternehmen entwickelt.“ In Hennickendorf werden Maschinenteile aller Größen mit Kupfer, Silber oder Carbiden beschichtet. An der Bürowand hängen die Patenturkunden für die dafür entwickelten Verfahren, in den Produktionsräumen rattern die selbst entworfenen Maschinen.Der Hennickendorfer Firma geht es gut. „Hinter uns liegt ein Boomjahr, wir haben gegenüber dem Vorjahr unsere Umsätze um rund 36 Prozent steigern können“, sagt Wesnigk. Langsam wird der Firma mit ihren 25 Mitarbeitern aber der Raum knapp. „Wir haben deshalb auf dem Gewerbegebiet das Nachbargrundstück erworben und werden jetzt eine neue Halle errichten“, erklärt Andreas Duda. Der 34-Jährige ist ebenfalls Geschäftsführer. Er soll künftig den Erfolg des Unternehmens sichern. „Ich habe ihn dafür systematisch aufgebaut“, sagt der 63-jährige Wesnigk.
Betrieb mit Tradition fortgeführt
Vater Wesnigk hat am 1. Januar 1949 die Firma gegründet. In den siebziger Jahren übernahm Reiner Wesnigk den in der DDR gut ausgelasteten kleinen Betrieb. Dann aber kamen die Wende und der wirtschaftliche Einbruch. „Plötzlich waren all unsere Kunden weg und der Westen wollte von uns nichts wissen“, erinnert sich der 63-Jährige. Anfangs hielt er sich als Verkäufer für Metallspritzgeräte über Wasser. Mit drei Leuten stieg er schließlich wieder in die Lohnbeschichtung von Metallteilen ein. 1993 fragte dann der gerade ausgelernte Andreas Duda in der kleinen Firma nach Arbeit. „Ich habe ihn eingestellt und wir wurden ein ideales Paar“, blickt Wesnigk zurück.
Der Tüftler und kaufmännisch versierte Firmeninhaber fand die passende Ergänzung für die Metallbearbeitung, Computertechnik und Produktionsorganisation. Recht schnell stieg der junge Mann zum Produktionsleiter und im Jahr 2003 zum gleichberechtigten Geschäftsführer auf. „Reiner Wesnigk hatte immer Vertrauen zu mir, mich immer gleichzeitig gefordert und gefördert und mir schließlich auch Geschäftsanteile vom Unternehmen angeboten“, erklärt Andreas Duda. Von Jahr zu Jahr wuchsen seine Aufgaben innerhalb der Geschäftsführung. „Ich möchte mich allmählich zurückziehen und mich nur noch auf die Entwicklung neuer Metallspritzverfahren konzentrieren“, sagt Reiner Wesnigk. „Also muss ich mein kaufmännisches Wissen erweitern“, ergänzt Andreas Duda.
Gutes Klima ist wichtig
Die beiden verstehen sich bestens. Überhaupt legen die beiden Geschäftsführer Wert auf ein gutes Betriebsklima. Alle Mitarbeiter duzen sich untereinander. Kommen Neue hinzu, müssen die nicht nur fachlich gut sein, sondern auch zum Team passen. Auch die Geschäftsführung wird so planmäßig und kontinuierlich verändert und aufgebaut. Im Februar wird ein Mitarbeiter eingestellt, der mal das Aufgabenfeld von Andreas Duda übernehmen soll, wenn der die Arbeiten des „alten Chefs“ erledigt. Nach Firmentradition muss der Neue aber erstmal die Abteilungen der kleinen Firma durchlaufen und alle Arbeitsprozesse genau kennen lernen. Erst danach steht der Wechsel in Führungspositionen an.
Reiner Wesnigk kennt sich nicht nur mit Metallen, sondern auch in der Personalführung bestens aus, denn beides ist wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg. Nur so konnte die kleine Firma auch kritische Zeiten, wie beispielsweise nach den Terroranschlägen am 11. September 2001, überstehen. „Damals durften Abnehmer von uns ihre Produkte nicht mehr in den arabischen Raum liefern und schon gingen uns 40 Prozent des Umsatzes verloren“, erinnert sich Wesnigk. Er tüftelte weiter, entwickelte neue Verfahren und bot die seinen Kunden an. Die Firma meisterte so auch diese kritische Situation.
Zukunft gesichert
Die nähere Zukunft der Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH ist gesichert. Sowohl von der Geschäftsführung als auch von der Auftragslage sind die Arbeiten genau abgesteckt. „Unsere Kunden haben uns für dieses Jahr weitere Auftragszuwächse von etwa 30 Prozent angekündigt“, prognostiziert Andreas Duda. „Die neue Halle nebenan wird dringend gebraucht und sicher müssen wir auch noch Personal einstellen.“
Wilko Döll

