Kennt sich nicht nur in der Schorfheide aus: Yvonne Fester. Foto: K. Krause
Yvonne Fester, Geschäftsführerin von „Schorfheide Touristik“ in Eberswalde, ist Expertin für eine Region, die schon Ehm Welk und Theodor Fontane begeisterte: Schorfheide-Chorin im Landkreis Barnim.
Frau Fester, Sie sind Ansprechpartner im IHK-Unternehmerpool zum Thema Tourismus, welchen Bezug haben Sie zu dem Thema?Als Reiseveranstalterin habe ich mich vor drei Jahren mit meinem Unternehmen „Schorfheide Touristik“ selbstständig gemacht und organisiere nun Individual- und Gruppenreisen deutschlandweit und in die umliegenden Nachbarländer. In der näheren Umgebung veranstalte ich auch Betriebsausflüge, Klassenfahrten, Kulturprogramme und Vereinsausflüge. Insgesamt bin ich schon seit fast zehn Jahren im Tourismusbereich tätig, habe früher im Hotelgewerbe gearbeitet und später dann auch in einem Unternehmen die Abläufe für Tagesprogramme gestaltet.
Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten des Tourismus in Ihrer Umgebung?
Wir haben eigentlich nur zwei große Highlights im Sinne von Sehenswürdigkeiten „menschlicher Herkunft“: das Zisterzienserkloster Chorin und das Schiffshebewerk Niederfinow. Im Grunde ist es deshalb die Natur, die unsere Region zum Ausflugserlebnis macht. Die Schorfheide als größtes zusammenhängendes Waldgebiet der Mark Brandenburg mit ihren 240 Seen und über tausend Mooren - diese vielfältige und geschichtsträchtige Umgebung möchte ich meinen Gästen näher bringen.
Jede Menge Möglichkeiten direkt vor der Haustür?
Genau. Man kann hier so viel machen: sich im Biosphärenreservat entspannen, Schlösser und Herrenhäuser bestaunen, nach Berlin und Potsdam fahren. Es sind diese vielen kleinen Dinge, die unsere Region zu etwas Besonderem machen. Diese einzelnen Teile geschickt zu immer neuen Bildern zusammen zu setzen - das ist das Spannende und Einzigartige am Tourismus in der Schorfheide – und zwar für meine Gäste und auch für mich als Reiseveranstalterin.
Aus welchen Regionen kommen die Besucher?
Die Tagesausflügler kommen meistens aus der näheren Umgebung: aus Berlin oder dem Nordosten Brandenburgs. Die wollen sich hier entspannen und einfach mal die „Seele baumeln lassen“. Wer mehre Tage bleibt, kommt oft aus Westdeutschland und will sich nebenbei noch Potsdam und Berlin anschauen. Die Eberswalder nutzen vor allem Kulturangebote wie Konzerte oder entspannen sich bei Nachmittagsausflügen, aber wir hatten auch schon Gäste aus den USA.
Wie sieht es mit polnischen Besuchern aus?
Da haben wir bis jetzt kaum Anfragen gehabt. Ich glaube, da sind wir einfach zu nah dran an der Grenze, obwohl ich mich natürlich freuen würde, den polnischen Nachbarn unsere besondere Kombination aus Kultur und Natur näher zu bringen. Mein Ziel für die nächsten Jahre ist es, den Incoming- Bereich weiter auszubauen, also noch mehr Gäste für einen Besuch der Region zu begeistern.
Und wie entspannt sich so ein Reiseprofi wie Sie privat?
Auf dem Rücken meines Pferdes. Da reite ich durch die wunderschöne Umgebung meiner Heimat und lasse mal alle Fünfe grade sein.
Grafik: Waldi Weiz.
Kristina Krause

