Eva Hartmann, Vorstandsvorsitzende der Wissensfabrik. Foto: DIHK
Wie der Funke der Begeisterung überspringt.
Wer in den Biografien deutscher Erfinder und erfolgreicher Unternehmer stöbert, wird schnell feststellen, dass die Weichen für ihre berufliche Zukunft oft schon in der frühen Kindheit gestellt wurden.Um nur einige Namen zu nennen: Robert Bosch, Carl von Linde, Werner von Siemens oder Artur Fischer – sie alle interessierten sich schon in den jungen Jahren für Technik und Industrie. Sei es Vaters Werkstatt mit all ihren Werkzeugen gewesen oder die faszinierenden Maschinen der kleinen Fabrik von nebenan, die den Funken der Begeisterung überspringen ließen. Eins ist klar: Der persönliche Kontakt mit der betrieblichen Praxis hat sie geprägt und dadurch ihre Laufbahn mitgestaltet. So ist es ihnen später gelungen, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen, indem sie mit ihren genialen Erfindungen einen Grundstein für die bis heute erfolgreichen Unternehmen legten.
Spielerisch lernen und entdecken
An diese Tradition knüpft die Wissensfabrik an. Wenn heute die Mitgliedsunternehmen mit Kindergarten- oder Grundschulkindern das Bildungsprojekt „KIEWIS – Kinder entdecken Wirtschaft“ umsetzen, helfen sie den Kindern ihre eigene „Brücke“ zu bauen, indem sie möglichst früh den Funken überspringen lassen und die Neugierde für Wissenschaft und Wirtschaft wecken. Das gelingt dadurch, dass die Unternehmen ihre Tore für die Kinder öffnen und sie frühzeitig diese neue Welt aktiv erkunden lassen.
Deswegen steht bei KIEWIS eine Projektarbeit auf dem Plan, die Entwicklung eines konkreten Produktes: Seien es praktische Kleiderhaken, die eine Schulklasse bei Trumpf anfertigte, Bilderrahmen aus Metall, die die Bosch-Mitarbeiter mit den Kindern bauten oder kleine Autos, wie neulich bei dem Mitgliedsunternehmen Gehring. Schritt für Schritt lernen die Kinder die einzelnen Phasen eines Herstellungsprozesses kennen, von der Planung über die Gestaltung bis hin zur Produktion. Findet der erste Teil des Projektes noch im Klassenraum statt, wo die Kinder Skizzen und Prototypen anfertigen, verwandelt sich später die Fabrikhalle in einen Lernort. Hier lernen sie mit Werkzeugen umzugehen und gleichzeitig die betrieblichen Abläufe kennen.
Dass sich dieses Engagement auszahlt, steht außer Frage. Es ist nie zu früh, in die Zukunft der Unternehmen und des Standorts Deutschland zu investieren. Sie beide brauchen kluge Köpfe, um auch zukünftig das beizubehalten, was Deutschland und deutsche Unternehmen seit Jahren auszeichnet: exzellente Forschung und einzigartiger Unternehmergeist. Um das zu erreichen brauchen wir viel mehr Hände, die bereit sind, noch mehr „Brücken“ zu bauen.
Eva Hartmann, Vorstandsvorsitzende Wissensfabrik „Unternehmen für Deutschland e.V.“

