16.10.2013

Büroberufe reloaded – neuer Ausbildungsberuf ab 2014

Startschuss für den neuen „Kaufmann/-frau für Büromanagement“

Ab 1. August 2014 gibt es den Beruf Ab 1. August 2014 gibt es den Beruf "Kaufleute für Büromanagement". Darin verschmelzen drei verschwindende Büroberufe. Foto: A. Rodriguez/ Fotolia
Nach mehr als 20 Jahren und zuletzt steigendem Reformdruck heißt es Abschied nehmen von drei alten Bekannten: Der Bürokaufmann, der Kaufmann für Bürokommunikation sowie der Fachangestellte für Bürokommunikation. Sie werden zu einem neuen, kaufmännischen Querschnittsberuf auf Höhe der Zeit verschmolzen. Dieser Neuling, der bundesweit zukünftig über 90.000 Ausbildungsverträge zählen wird, steht den Unternehmen in Industrie, im Handel, im Dienstleistungssektor, im Handwerk sowie im öffentlichen Dienst ab August 2014 zur Ausbildung zur Verfügung.

Neuer Beruf, neuer Name

Die neue Berufsbezeichnung erhöht die Attraktivität der Ausbildung, die eine perfekte Einstiegsmöglichkeit für alle ist, die ihre berufliche Karriere mit einer breit und solide angelegten kaufmännischen Basis starten möchten – sei es in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst. Zukünftig werden dann nur noch „Kaufleute für Büromanagement“ ausgebildet. Sie lösen die drei bislang bestehenden „Oldies“ im Bürobereich ab (Bürokaufleute, Kaufleute bzw. Fachangestellte für Bürokommunikation).

Kaufmann/-frau für Büromanagement - wie sieht das neue Aufgabenprofil aus?

Kaufleute für Büromanagement organisieren und koordinieren bürowirtschaftliche sowie projekt- und auftragsbezogene Abläufe. Sie übernehmen Sekretariats- und Assistenzaufgaben, koordinieren Termine, bereiten Besprechungen vor und bearbeiten den Schriftverkehr. Dabei kooperieren und kommunizieren sie mit internen und externen Partnern, auch in einer fremden Sprache. Sie sind Profis in der Informationsverarbeitung, recherchieren Daten und Informationen und bereiten diese für Präsentationen auf. Sie bearbeiten Beschaffungsvorgänge, unterstützen bei personalbezogenen Aufgaben und wenden Buchungssysteme sowie Instrumente des Rechnungswesens an. Sie beachten dabei rechtliche Vorgaben, achten auf Datenschutz und Datensicherheit und führen qualitätssichernde Maßnahmen durch.

Kaufleute für Büromanagement sind in Unternehmen, Betrieben und Institutionen unterschiedlicher Größe in  der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Dienst tätig. Sie unterstützen betriebliche Prozesse  und bearbeiten daraus entstehende Fachaufgaben.

Was ist neu?

■     Ausbildungsberufsbezeichnung: Kaufmann/-frau für Büromanagement

■     Ausbildungsdauer: 3 Jahre

■     Inkrafttreten: 1. August 2014

■     Ausbildungsstruktur: Der neue Beruf gliedert sich in Kern- und 10 Wahlqualifikationen sowie in integrativ zu vermittelnden Berufsbildpositionen.

■     Gestreckte Abschlussprüfung: Teil 1 der Abschlussprüfung findet Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, Teil 2 am Ende des dritten Ausbildungsjahres statt.  Die bisherige Zwischenprüfung entfällt.

■     Wahlqualifikationen: Die Breite der ausbildenden Betriebe mit ihren Unterschieden in den Arbeits- und Funktionsbereichen wird in einem Portfolio von 10 Wahlqualifikationen abgebildet. Zwei davon sind bei Vertragsabschluss auszuwählen.

■     Zusatzqualifikationen: Eine zusätzliche (=dritte) Wahlqualifikationen kann von leistungsstarken Azubis als Zusatzqualifikation erlernt und gegen Ende der Ausbildung abgeprüft werden.

■     Struktur des schulischen Rahmenlehrplans: Er sieht 13 für alle identische Lernfelder vor -  nach betrieblichen WQs wird nicht differenziert.

Zwei Wahlqualifikationen für alle Fälle

Die Vielzahl der ausbildenden Betriebe mit ihren Unterschieden in den Arbeits- und Ausbildungssituationen in einem einzigen Beruf abzubilden, stellte besondere Herausforderungen an die Novellierung. Der neue „Kaufmann/-frau für Büromanagement“ erhält zehn Wahlqualifikationen, mit denen die Betriebe noch flexibler ausbilden können. Sie ermöglichen es allen bisher ausbildenden Unternehmen auch weiterhin, ihre Unternehmensbereiche abzubilden und so Ausbildungsbetrieb zu bleiben. Die Wahlqualifikationen bieten Differenzierungsmöglichkeiten für die teils sehr unterschiedlichen Tätigkeiten und Funktionsbereiche wie z. B. Personal, Rechnungswesen, Einkauf, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit oder Verwaltung und Recht im öffentlichen Dienst. Bei Vertragsabschluss müssen zwei Wahlqualifikationen (à fünf Monate Dauer) im Ausbildungsvertrag festgelegt werden. Die Wahlqualifikationen werden schwerpunktmäßig im Betrieb ausgebildet – in der Berufsschule sind 13 identische Lernfelder für alle vorgesehen.

Wann liegt die neue Ausbildungsverordnung vor? 

Die inhaltliche Erarbeitung des neuen Berufs ist zwar abgeschlossen, nicht jedoch der Erlass durch die verordnungsgebenden Ministerien: So wird der Entwurf derzeit unter anderem auf seine sprachliche Richtigkeit, Struktur und Justiziabilität durchleuchtet. Die Veröffentlichung der neuen Verordnung im Bundesgesetzblatt erfolgt nach Abschluss dieser „Erlassphase“ Ende 2013. Bereits jetzt kann aber für den neuen Beruf geworben werden, um Auszubildende für das kommende Ausbildungsjahr zu gewinnen. 

In der IHK Ostbrandenburg berät zum neuen Beruf Ausbildungsteamleiterin Silke Hartwig unter 0335 5621 1522 und hartwig@ihk-ostbrandenburg.de.



Autor: DIHK/ NG

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